In his 1967 philosophical magnum opus, Society of the Spectacle, Guy Debord described spectacle as the entirety and the correlation of scientific and many cultural and political processes. In the spectacle, every societal protagonist – be it executive or worker, man or woman, careerist or rebel – merely plays an assigned role. There is hardly an escape out of this self-contained system. Even opposition is only simulated, therein. Reality becomes invisible behind an illusory world of advertisement, PR and propaganda. The essence of his thesis states that business has made itself independent, and that in its totality, the individual and his freedom pose a threat: "The spectacle is the moment when the commodity has attained the total occupation of social life. The relation to the commodity is not only visible, but one no longer sees anything but it: the world one sees is its world.“ Guy Debord, Society of the Spectacle. Detroit: Black and Red, 1970 At large trade fairs – places that one can possibly refer to as the core of capitalism – I have found images of this spectacle. Altogether working in the service of the commodity, people have here completely become part of the society of the market. As “human resource” - already a raw material or commodity in and of themselves - they present and represent goods, embedded in the artificial and scenery-like architecture of the self-contained fair structures. It was not my aim to portray the fair or the curiousness of the fair. Beyond this, I used this fair in the creation of a universally valid allegory. Through retouching, I removed distracting logos and product descriptions in order to further stress the artificiality and to create a stage upon which the people stand, left behind as small cogs in the simulated, oppressive machinery of the market. HUMAN RESOURCES
In seinem 1967 erschienenen philosophischen Hauptwerk die Gesellschaft des Spektakel beschreibt Guy Debord das Spektakel als die Gesamtheit und den Zusammenhang aller wirtschaftlichen und vieler kultureller und politischer Prozesse. Im Spektakel spielt jeder Protagonist der Gesellschaft, ob nun Chef oder Arbeiter, Mann oder Frau, Karrierist oder Rebell, nur eine zugewiesene Rolle. Aus diesem in sich geschlossenen System gibt es kaum ein Entrinnen. Selbst Opposition wird darin nur simuliert. Die Realität wird unsichtbar hinter einer Scheinwelt aus Werbung, PR und Propaganda. Der Grundtenor seiner Thesen lautet, dass sich die Wirtschaft verselbstständigt hat und in ihrer Totalität das Individuum und seine Freiheit bedroht: »Das Spektakel ist der Moment, worin die Ware zur völligen Besetzung des gesellschaftlichen Lebens gelangt ist. Das Verhältnis zur Ware ist nicht nur sichtbar geworden, man sieht sogar nichts anderes mehr: die Welt, die man sieht, ist seine Welt.« Die großen Handelsmessen erschienen mir als der Ort, an dem sich dieses Spektakel am stärksten versinnbildlicht. Wohlgemerkt ging es mir nicht darum, die Messe oder die Skurrilitäten des Messegeschehens an sich darzustellen. Das Umfeld der Messe wählte ich lediglich, weil ich eine äußerst komprimierte Form des Systems Markt suchte und hier dessen starke visuelle Entsprechung fand . Auf den Messen sind die Menschen vollkommener Teil des Systems Markt geworden. Sie stehen in diesem Umfeld ganz und gar im Dienste der Waren, die sie präsentieren und repräsentieren, umgeben von der künstlichen und kulissenhaften Architektur der Messebauten. Die Menschen selbst, werden in diesem System als »Human Resource« zu Waren und somit zu abbaubaren Rohstoffen. Da es mir um eine Darstellung der Messe als Sinnbild ging, bearbeitete ich die Bilder digital und retuschierte ablenkende Logos und Produktbeschreibungen heraus, um so das Artifizielle, die Bühnenhaftigkeit noch zu betonen. Eine Bühne, auf der die Menschen zurückgelassen, als Rädchen in der künstlichen beklemmenden Welt des Marktes, stehen. Der einzig mögliche erste Schritt aus dieser Rolle heraus scheint der Rückzug in eine innere Distanzierung zu sein.
HUMAN RESOURCES
at Deichtorhallen Hamburg
LED backlight-illuminated duratrans-prints in aluminium frame, 2009